7. Chitwan

Nach einigen Tagen sollte es auch weiter gehen, wir wollten ja nicht die ganze Zeit in Kathmandu und Umgebung verbringen, obwohl es hier genug zu sehen gab, wollte ich doch den Ort sehen, in dem meine Schwester und ihr noch damaliger Freund (inzwischen mein Schwager) wohnten, aber unterwegs trieb es uns in den Dschungel.

Da der Chitwan Nationalpark direkt auf unserer Route lag, wurde organisiert, das uns ein Fahrer, der eh in diese Richtung fuhr mitnahm, also ging es ab von Kathmandu aus über Holperstrecken Richtung Süden nach Shandara.
 Wir hatten gute Dollar für drei Übernachtungen im Zelt fliesen lassen, fest in dem Glauben im Dschungel der Tiger auf Tiger, Leoparden, Rohrkatzen, Nebelparder, Marmorkatzen, Bengalkatzen, Schakale, Rothunde, Lippenbären, Bengalfüchse, Zibetkatzen oder gar anderen Tieren zu begegnen. einen Tiger oder Leoparden aus nächster Nähe zu fotografieren, das war unse Vorstellung!
Aber es sollte anders kommen.


Unterwegs kamen wir das erste Mal in den wunderbaren Genuss des Nationalgerichtes, Dhal mit Reis und kaltem Gemüse das für mich eher nach Kakerlakis aussah als frisch, also für mich nur Reis mit etwas Dhal und ich hatte recht, es hat grausig geschmeckt, dann noch einen Stop auf dem Plumsklo überm Hof und weiter ging's über Stock und Stein, Gräben und durch ausgetrocknete Flussbete, weil mal wieder eine Brücke zusammengefallen ist, das ewige ruckeln nach rechts und links hatte bewirkt, das der kleine Sohn unserer Begleiterin im Jeep sich auf einem Höhenweg das ganze Dhal plus Beilagen durch den Kopf gehen lies, hatte ich also recht und Gabriella war auch schon ganz farblos im Gesicht.
An der Haltestelle in Chitwan angekommen, erfuhren wir, das der Park wegen Touristenmangels (der Golfkrieg war gerade ausgebrochen) geschlossen sein, na super was jetzt, vorbestellt hatten wir ja schon, aber bei whem!?
Nach langem hin und her, wurden wir dann doch mit einem robusten offenen Jeep ohne Federung abgeholt, kein wunder das die federung am arsch war, denn es ging über Stock und Stein durch das breite Flussbett des Rapti Rivers.


In der Anlage angekommen, wurden wir erst mal begrüßt, die Einzigsten Gäste im ganzen lager, na super, da können uns zumindest die Tiger nicht vor dem Lärm abhauen. 
Nun sollte uns erst mal unsere Behausung gezeigt werden, es gab hier ja Bungalows mit einem kleinen Pool und dem Restaurant, aber wir hatten ja die Business Class ausgesucht und dazu musste man erst mal eine strecke gehen, mitten in den Dschungel und da stand es, auf einem großen freien platz: unser zwei Mann armee Zelt, bestückt mit zwei Feldbetten und einer Funzel, mitten auf dem platz wurden die Vorbereitungen für ein Lagerfeuer gemacht, aber wir durften erst mal eine "kleine Tour" machen, Querfeldein durch den Dschungel, na super, natürlich trifft Mensch auf keine Tiere, wenn er da so trampellig durch den Farn stapft.
Im Frühling soll es hier von Handgroßen Schmetterlingen und Vögeln nur so wimmeln, wir sind aber kurz vor der Regenzeit und hier tut sich nix! Aber Pflanzen gab's und Farn und dichten Wald, hier hätte man mich aussetzen können.
 
Abends gab's dann im Restaurant ein deftiges essen und Unterhaltung vom Personal über Tiger, Leoparden, Nashörner und Elefanten, hier sahen wir auch die ersten Exemplare der hiesigen Felis Anhänger, nämlich die hiesige Hauskatze, die mit unseren Hauskatzen so zu vergleichen ist, das sie viel kleiner und zierlicher ist, außerdem hat sie spitzere Ohren und ein dreieckiges Gesicht. natürlich gab's von uns was zu naschen und gegen Abend wurden wir durch den Trampelpfad zum Zeltplatz gebracht, wo auch schon einige Bekannte mit Geschichten am Lagerfeuer warteten, hier gab's Geschichten über Tier und Land und irgend wann zogen wir uns ins Zelt zurück, während am Lagerfeuer jemand auf uns aufpasste.
Am nächsten Morgen wurden wir gar früh geweckt, ich sortierte noch meine Sachen, als Gabriella mit großen Augen vom Zähneputzen zurück kam, sie meinte nur: drausen steht unser Gefährt und frisst den Wald auf!
Ich schaue raus und when sehe ich: eine acht jährige Elefantenkuh, die gerade einige Äste verspeist, die ihr Pfleger ihr hinlegt.

Wir werden zum Elefantenhort gebracht und erfahren alles über die Dickhäuter, wie alt sie werden, wie viel sie fressen, wie man auf einen Elefanten steigt, ich weigere mich mit Turnschuhen über den Rüssel hochzukraxeln (wenn dann nur ohne Schuhe) und werde statt dessen dazu verdonnert den Teenager zu baden und abzurubbeln, für mich kein Problem, da mir eh heiss war.
 
Nur als die Dame dann Wasser lassen muss, verlasse ich fluchtartig das Szenario.
Weiter geht es dann in den Dschungel, denn hier wartet schon unsere aufgezäumte Dame, damit sie mit uns einen Ausritt wagen kann.
 
 Ruhig ist es im Dschungel und wir werden über Stunden durch gerüttelt, ein Wunder, das ein solcher Korb überhaupt da oben hält, die Touriführer machen nach einer Stunde an einer Wegbiegung die Flatter und wir schaukeln auf unserer Arche bis in den Nachmittag, dazu kommt der Vorteil, das unser Elefantenführer kein Wort englisch spricht und wir immer noch nicht über "Namaste" weg gekommen sind, Mittags sind wir dann so erledigt, das wir uns nachdem wir nur Rebhühner und ähnliches Getier gesichtet hatten am Swimming Pool die Füsse kühlen mussten, (so wie hier Marylou Gremlin an ihrem hauseigenen Swimming Pool)!

 Am nächsten Tag waren wir wie gerädert, also wurde noch ein Tag dran gehängt um uns von den Strapazen in ruhe zu erholen, doch siehe da, als wir einen täglichen Ritt mit unserer Gefährtin unternahmen, trafen wir auf eine Horde Japaner mit Knipsgedingens, die mit ihren dicken älteren Elefantendamen ein Nashorn in die Enge getrieben hatten alle im Halbkreis um das arme Ding und was hatten sie geknipst, wir sollten dem armen Kerl dann den Weg abschneiden, aber es kam anders als erwartet, denn das Nashorn ergriff die Flucht und zwar direkt in unsere Richtung! nein, das ist nicht gut und eine ältere Elefantendame wäre da wohl etwas cooler mit umgegangen, aber unsere kleine Süsse bekam Angst und ergriff die Flucht mit Uns auf dem Rücken im Dauerlauf quer durch den Dschungel.

Das ich noch hier unter Euch weile habe ich nur einigen Stoßgebeten an Ganesha den Glücksgott zu verdanken.
So im Rückblick möchte ich diesen Ausflug nicht missen, es war herrlich lustig und man konnte sich wie der König des Waldes fühlen, obwohl sich keine Tiger oder Leoparden haben blicken lassen, an einem Morgen hatte wir aus dem Zeltfenster eine Garzelle grasen sehen und Leopardenspuren gab es auch in der Nähe unseres Zeltes, obwohl ich da die Vermutung habe, das die Führer da etwas mogelten!

 

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