3. Bhaktapur

Bhaktapur ist ist die kleinste Königstadt im Kathmandu Tal. es liegt auf einer alten Handelsrute nach Tibet und ist bekannt durch seine Töpferkunst, den Holzschnitzereien und den Musikern.
Durch ein Erdbeben wurden hier viele Tempelanlagen und Häuser beschädigt, die aber mit europäischer Hilfe wieder aufgebaut werden konnten, seit 1979 zählt die Stadt zum UNESCU Weltkulturerbe.


Der Film "Little Buddha" mit Keanu Reeves wurde teilweise hier gedreht.
Gleich beim ersten großen Platz den wir erreichen steht der Königspalast, es ist eine Pagode mit Löwen im Eingang flankiert, wir gehen hinein, es ist dunkel, verwinkelt und die Räume sind niedrig, aber es lohnt sich, denn hier wurden einige Schätze der hinduistischen Religion aufgebahrt, vor allem Malereien der verschiedenen Gottheiten.


Auf Straßen wie der "Narrow Alley" sollte man vorsichtig dahinwandeln, denn normalerweise zieht man beim Gang durch solche Straßen den Mittelweg vor, da die Nepalis hervorragende Spucker sind, nein, hier wird nicht die Rotznase wieder hochgezogen, oder in ein Tuch geniest, hier geht das ganz einfach, platsch auf die Straße und wenn ein Unbedachter früh morgens nah unter einem Fenster wandelt, dann kann ihn sowas schon mal treffen, denn das macht man ja nicht im Haus!
Die Fenster, Türen, Erger sind hier alle kunstvoll aus Holz geschnitzt, Glasfenster gibt es in den alten Stadtkernen nicht, das braucht ja auch niemand, denn die Häuser sind wie fast überall offen, es gibt einen Kochplatz meist in der Mitte und die Schlafplätze Aussen herum, außer in "Luxus oder Gästehäusern", da gibt es fest installierte Betten, der Boden ist meist aus Lehm gestampft, oder mit Platten versehen.


Hier in der Stadt gibt es etwa 170 Tempelanlagen, wir besichtigen den höchsten Tempel des Kathmandutales, die "Nyatapola Pagode", der 30 Meter hohe und fünf Stöckige Tempel ist der Gottheit Lakshmi geweiht. auf jeder Etage befindet sich ein Figurenpaar, wobei das Obere jeweils 10 mal stärker sein soll als das vorhergehende. oben im Tempel befindet sich die Skulptur von der mächtigsten Gottheit Siddhilakshmi Bhavani, deshalb wird er auch "der Tempel der Schrecklichen" genannt.
Wir befinden uns also auf dem Taumadi Platz und werden sofort von einer Horde Kinder umringt, sie betteln nach Geld und Süssem, Gabi und Ich wollten schon loskramen, als uns meine Schwester warnt: Süsses vertragen die mal überhaupt nicht (und tatsächlich hatte ich mal später Kinder brechen sehen, die von Touris Süsses abgegriffen hatten) und bei Geld, bekommt man sie nie mehr los und wer hat schon Lust mit einer Horde kreischender Kinder die einem in die Füsse laufen durch die Stadt zu ziehen, also machen wir das, was wir machen wollten und gingen gegenüber der Pagode auf einem vorgelegten Balkon Essen.
Die Kinder zogen dann mit einem amerikanischen Ehepaar in die nächste Gasse.

In den Seitenstraßen von Bhaktapur, findet man entweder Kunsthandwerker wie Töpfer, Holzschnitzer oder Schmiede, aber auch viele Künstler und vor allem Musiker sind hier unterwegs, die Musik ist allerdings gewöhnungsbedürftig und nicht so fein ausgearbeitet und melodisch wie zum Beispiel in Indien.
Es gibt Flöten, Trommeln, Blasinstrumente... lange halten das meine Ohren nicht aus.


Anscheinend hatten wir wieder mal wahnsinniges Glück, oder in diesen Orten ist ständig etwas geboten, keine Ahnung, auf jeden Fall kommen wir auf einen Platz mit einer Schar von Sadus, die die Tempelangage besetzten und ein großes Treffen veranstalten, welches nur einmal im Jahr stattfindet, hier sehen wir die richtigen Sadus mit ihrem Oberhaupt, da ja das Geschäft mit dem Aberglaube besser läuft als das Betteln, stürmen inzwischen viele Bettler als Sadus verkleidet in die Touristenmetropolen, ein Hindu oder Buddhist der hier ansässig ist, kann den Schwindel erkennen aber die Touristen, die drauf reinfallen wollen natürlich nicht, außerdem, wer braucht an diesen Orten nun mal wirklich einen Sadu? Den beeindruckensten Sadu hatte ich später dann vom Bus aus gesehen, als wir über Land gefahren sind, er saß mit nacktem Oberkörper in einer ärmlichen Gegend im Lotus-Sitz in einem Vorgarten, total abgemagert, die langen grauen Haare wirr auf dem Kopf zusammengedreht und meditierte.
 
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