Einmal um die ganze Welt 2

FRANKREICH - BREST


Unser Zug fuhr direkt nach Paris Ost und wie das jeder kennt, ist im Sommer zu dieser Zeit jeder Zug, der nach Paris rein geht bis zum Anschlag voll mit Touristen.
Keine Ahnung weshalb wir bei dem überfüllten Bahnhof dann sofort das Weite gesucht hatten, nicht schon wieder eine Stadt vollgepfercht mit Touristen aus allen Herren Ländern, das muss nun wirklich nicht sein, wenn ich genau nachdenke, dann war ich glaube ich auch erst Anfang der Achziger Jahre dann zum ersten Mal dort,

als meine Freundin da wohnte, später fuhr ich dann die strecke mit Alain und Olivier, da hatte Olivier noch eine Wohnung in Paris, 35 Quatratmeter mit offenem Kamin, das waren früher riesen Herrschaftswohnungen, die nach dem Krieg zu kleinen Kemenaten verwurstelt wurden, schade drum, aber der Keller war gigantisch, Tunnelgänge, quer durch Paris, aber das war ja alles viel, viel später, wir wollten weiter in den Süden, Strand, Sonne, Meer.


Wir klapperten den ganzen Bahnhof ab, aber alles ging nach Osten zurück, wo wir gerade hergekommen sind, oder in den Norden nach "Tim und Stuppi-Land", nur ein Zug, deutete in eine andere Richtung und oh Freude, er war fast leer!
Also nicht lange überlegt und hinein mit Uns, irgendwo wird er uns schon hinbringen. wir den Vorhang zu gemacht und jeder hat sich auf einer Bank ausgestreckt, denn nicht alle Bänke kann man ausklappen wie in Deutschland, so schliefen wir einige Stunden, zwischendurch hörte ich wie ein Schaffner die Tür öffnete, er machte aber ganz leise die Tür wieder zu und ging weiter, wie aufmerksam!
Als wir dann wach waren und schon einige Stunden gefahren und einige Leute ausgestiegen sind, kam der Schaffner, wir gaben ihm unsere Interailaisweise, da wir ja nicht wussten wo die Reise hin ging, konnten wir unser Ankunftsfeld nicht ausfüllen und Er fragte uns nach unserem Zielort, wir sagten "Spanien" und der Ärmste war total aus dem Häuschen, Er musste sich erst mal setzen und meinte, das wir ja sowas von falsch währen, dann fragten wir, wo die Reise denn hin ginge und Er: "Brest" und Wir: "Liegt das am Meer" Er: "Ja" dann mussten wir den Armen beruhigen und meinten das Brest ganz super sei, genau das Richtige für jetzt, es dauerte mindestens eine viertel Stunde bis wir ihn beruhigt hatten, er zeigte uns dann auf der Karte, wo genau das ist und ich sagte sofort "Zuhause bei Asterix!"

 




Denn genau an dem Zipfel ist Brest, wir bedankten Uns vielmals noch für Tipps zur Übernachtung und verließen an der Endstation den Zug.
Nachdem wir unser Gepäck an der Jugendherberge eingeschlossen hatten, pilgerten wir Richtung Strand.

 



Ein voller Strand, doch das machte uns nichts aus, wir stürzten uns ins kalte Nass und genossen das salzige Wasser mit einem Hauch von Fisch, frisch von Verleihnix!
Nach ausgiebigem planschen trockneten wir unsere Sachen etwas abseits vom Strand in der Sonne.

 



SPANIEN - IRUN

Nach ein paar Tagen kaltes Wellenmeer und wandern auf den Spuren von Asterix und Obelix war unser nächstes Ziel klar, es sollte in den Süden gehen, Spanien und zuerst einmal vor allem Portugal war unser nächstes Ziel. also nix wie unsere sieben Sachen gepackt und in den nächsten Zug Richtung Süden gehopst.
Es war eine lange Fahrt über Täler, Küstenstreifen, und ein paar Vorläufer der Pyrenäen, bis wir endlich von schönen, gepflegten Bahnhöfen, zum verdrecktesten aller Bahnhöfe gelangten, das war mein erster Eindruck von Spanien, der absolut verruste und verdreckt Bahnhof von Irun.
Rechts und links der Gleise lag meterweise Plastikmüll in allen Farben, die Luft war schwül und dick, doch wir machten uns trotzdem auf, unsere allererste spanische Stadt zu erkunden.
Meine beste Freundin war absoluter Spanien-Gänger damals und sie schwärmte jedes Jahr davon, dazu kamen noch die tollen bunten Postkarten von Flamenco-Kleidern mit Rüschen besetzt und ich stellte mir dieses Land schon bildlich wie eine Art Disneyland vor, doch das Was mich jetzt erwartete, war gerade mal das Gegenteil und schockte mich aus meinem Traum!


Trotz aller Wiedrigkeiten und da wir hier einige Stunden Aufenthalt hatten, bevor es in Richtung Portugal weiter gehen sollte, machten wir uns lieber in die Innenstadt auf, als am Bahnhof unsere Zeit totzuschlagen.
Ich muss gestehen, in der Stadt selbst lag trotz Befürchtungen keinerlei Unrat auf den Straßen und auf der langen Strandpromenade flanierten Blaskapellen zur Belustikung der Touristen.

 


 
Die alte Innenstadt war schön anzusehen und so genossen wir doch noch diesen Nachmittag.
 Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube diese Bilder müßten noch von Irun stammen:

 

 


 Da ich ja leider nur eine kleine Pocket-Kamera hatte mit 24 Bildern pro Film musste ich, wenn ein Film voll war, erst mal auf die Suche nach neuem belichtbarem Material machen, was ab und an nicht so einfach war, deshalb gibt es von einigen Orten keine Bilder und ich hatte schon so viel in Skandinavien verknipst, dieses Bild, musste aber sein!

 


 
Katzen wurden hier nicht gern gesehen, vor Allem gab es Straßenkatzen und -Hunde um die sich kaum Einer kümmerte, nicht selten wurde unser Essen geteilt.
Der Versuch einen Stadtbummel zu machen scheiterte kläglich, da es zu wenig gab, na und außerdem ging es ja alsbald weiter und wir führen mit dem Zug in Richtung "Lisboa" Lissabon.
 

PORTUGAL - LISABON

Als wir 1980 dort ankamen hatte die Stadt noch 800.000 Einwohner, inzwischen ist die Einwohnerschar auf 500.000 geschrumpft, Sie lebte vom Glanz der guten alten Zeit, denn bis ins 18. Jahrundert, war sie eine zentrale Handels- und Hafenstadt bis zum Erdbeben 1755, seither verblasste der Glanz, viele Gebäude der Altstadt waren sanierungs-bedürftig, hinter verdreckten Fassaden war kein Glanz mehr zu sehen. dieses kleine ungeputzte Juwel solte dann am 25. August 1988 einem verheerendem Brand zu Opfer fallen.
http://www.portugalmania.de/2008/08/...iederbelebung/
Mich hatte die Nachricht damals sehr erschreckt, hatte ich doch dieses ganze Viertel gesehen und zu schätzen gelernt.


Wenn man damals von Norden nach Lissabon einreiste und weiter reisen wollte, musste man auf die Fähre warten, die natürlich Nachts nicht über die Tejo Mündung fuhr und wenn man nun mit dem letzten Zug ankam, so war dann keine Chancse mehr am gleichen Tag weiter zu reisen, letzte Fähre verpasst, musste man wohl oder übel die Nacht in der Stadt verbringen.
Viele der Rucksacktouristen übernachteten am Bahnhofsvorplatz, da Punkt zehn Uhr alles aus dem Bahnhofsgelände rausgefegt wurde, hier hies es: Alle Habseligkeiten gut verstauen, denn der Klaumops geht um, selbst Schlafsäcke werden aufgeschnitten und Schuhe und so weiter raus geklaut, während der Besitzer friedlich schlummert.
Wir hatten uns mit einigen abgesprochen, alle zwei Stunden Wache zu halten, denn Keiner von Uns konnte sich leisten mitten in Lissabon zu sitzen ohne Papiere oder Geld, doch für Uns sollte es wieder mal anders ausgehen, wir trafen auf dem Bahnhofsvorplatz einen Mann, einen gebürtigen aus Lissabon, der meinte: So auf der Straße zu schlafen für zwei Mädels in unserem Alter ohne Schlafsack, die hatten wir nach unseren Erfahrungen in Skandinavien wohlweislich zu Hause gelassen, was wir später sehr bereuten, na und er würde mit uns zur Jugendherberge fahren. da wir wirklich nicht erpicht darauf waren bis zum nächsten Morgen vor dem Bahnhof zu hocken und dieser Mensch nach meinem erachten sehr nett war, sagten wir zu!


So ging es los mit dem Auto Richtung Jugendherberge, dort gefragt, aber alles voll bis zum Anschlag, dann weiter in die Altstadt, Pensionen abklappern, nix, dann hat er zich Hotels abgeklappert, auf unsere Äußerung hin; das können wir uns nicht leisten, winkte Er ab, ne, es gab wirklich nichts und wir suchten die ganze Altstadt ab, zwischendrinn wurde uns dann erklärt was dieses Gebäude ist und was Jenes ist, als garnix mehr ging, zeigt er uns noch den Stadtkern und nach zwei drei Stunden Sightseeing und verzweifeltem Suchen, lies er uns dann an der Fährstelle raus, die erste Fähre sollte in ca. drei Stunden kommen, das konnte man noch überstehen, wir bedankten uns bei unserem Retter vielmals und blickten über den Tejo auf die andere Seite des Flusses dem Morgen entgegen.

PORTUGAL - SAGRES

Den Rest der Nacht in Lissabon, haderten wir mit uns, ob wir nun Marroco mitnehmen sollten oder nicht, von vielen Seiten hörten wir, das es für Mädels und dazu noch Blond, ohne männlichen Begleitschutz etwas schwierig sei, ausserdem hatten wir mehr Gründe dagegen, der Preis, die Zeit die uns endginge, das Problem mit dem Visum ..., das wir uns entschlossen an die unterste Spitze von Portugal zu reisen und zumindest einmal nach Afrika rüber zu winken, angeblich sollte man bei gutem Wetter hier die marrokanische Küste sehen, was ich für ein Märchen aus 1001 Nacht halte.
Also eingestiegen in den Zug und im überfüllten Zug einen Platz gesucht, na super, der ganze Zug war voll mit Soldaten, die gerade Wochenendurlaub machten. wir wollten es uns schon im Durchgang bequem machen, als uns fünf Uniformierte in ihr Abteil winkten, die Jungs zusammengerückt und uns Platz gemacht saßen wir da und machten Smaltalk, oder das was Manche unter Smaltalk verstehen, die konnten kaum englisch und Elke konnte ein paar Brocken spanisch! Super! Mein Dolch aus Finnland, den ich an der Seite hatte, flösste ihnen Respekt ein, ich hab keine Ahung was Elke alles erzählte, aber am Ende hielten sie mich für "pericolosso", drängten sich alle auf eine Bank, während wir Zwei uns auf einer Bank ausstreckten und dösten, man kam sich echt vor wie auf dem Präsentierteller und hätte ich Damals schon geraucht (jetzt ja auch nicht mehr), ich hätte mich zur ständigen Zigarettenpause mit meinem Van Nelle Tabak auf den Durchgang verzogen, was für eine bizarre aber auch aberwitzige Fahrt, am Ende wurden die Jungs dann aufgeklärt aber ich glaube der Ruf war schon dahin und wer weiß was Elke auf spanisch geplappert hatte und was Die wiederum verstanden haben.


Die Fahrt war allerdings fantastisch, so weit man schauen konnte an der Küste entlang ging es an Olivenhainen vorbei, hier mal ein Foto aus dem fahrenden Zug.
 


Bis wir endlich an dem gekachelten Bahnhof von Sagres, tief im Süden eintrudelten.
 
Sagres! hier war es schön, als wir ausstiegen schien die Sonne, es war warm, hier gab's  zumindest einen Laden zum einkaufen, ein kleines Restaurant, einige Läden, eine Flaniermeilne am Kai entlang, wo die Fischer ihre Netze flickten und wo man frischen Fisch bekommen konnte.

 

Hier konnte man es eine Weile aushalten und wenn die Jugendherberge auch so viel versprach wie der Ort und der herrliche Strand mit blick nach Afrika, dann stand dem nichts im Wege hier einige Tage zu verbringen.
Also fragten wir nach der Jugendherberge, gibt es sowas in diesem kleinen Ort überhaupt?
Wir wurden Richtung Süden geschickt, auf die Klippen, da soll die Jugendherberge sein, na wenn das stimmt? Wir also unsere Rucksäcke gepackt und eine staubige Straße zwischen Agaven Richtung Süden gepilgert.
Ewig lang wenn man so zehn Kilo auf dem Buckel hat und endlich mal an den Strand will, rechts und links gesäumt von Kakteen kamen wir uns vor wie in der Wüste...
 


Bis Sie auftauchte, die Feste an der Klippe, an der Südseite ein Bollwerk gegen Marokko, zu uns hin...

 

 Ein schmaler Durchgang!
Was um Himmels Willen ist das?
Eine Jugendherberge kann's wohl nicht sein, also haben die Fischer in der Stadt uns falsch verstanden, na wenn da jemand da ist für ne führung oder um eintritt zu verlangen, fragen wir den mal, wo es denn hier zur Jugendherberge geht.

 


Drinnen angekommen, wurden wir Willkommen geheißen und auf unsere Frage hin, wurde erst mal gestuzt und dann herzhaft gelacht, denn wir waren goldrichtig, dies war die offizielle Jugendherberge von Sagres, zwar gab es da nur Großraumzimmer mit Etagenbetten im Ritter und Kerker Flair, aber dadurch das hier nur vier oder fünf Gäste waren, uns eingeschlossen, machte das Keinem was aus und Essen wollten wir uns eh im Ort holen und am Strand dinnieren, das ganze war so fantastisch, wir legten gleich unsere Rucksäcke ab und der erste Gang war Richtung Strand, um die Letzen Stralen der Sonne zu geniesen, bevor sie für diesen Tag dem Mond Platz machte.

 

 



Oben auf der Klippe stand und steht wohl immer noch die Jugendherberge, die Feste um Spanien vor Afrika zu beschützen!


 
SPANIEN - SEVILLA

Wir blieben einige Tage in Sagres um den Strand, die Stadt und die Erholung im liegen zu schlafen auszukosten, nach drei Tagen ungefähr ging es dann weiter, wieder zurück nach Spanien, dieses mal an der Mittelmeer Küste entlang, an einem Bahnhof ging es Abend's nicht weiter, es hatten sich hier schon einige Rucksack-Touristen eingefunden und ihre Schlafsäcke auf dem einzigen Bahnsteig ausgebreitet, wie gesagt waren wir ja so schlau unsere Schlafsäcke und Liegematten zu Hause zu lassen, also durften wir mit einer der harten Bänke vorlieb nehmen, wir packten uns dick ein, legten den Kopf auf den Rucksack und dösten.
 

 


es gab hier riesen Ratten, vor denen mir grauste und wilde hunde, die sich von ratten und abfällen ernährten und auch versuchten sich an den einen oder anderen schlafsack ran zu kuscheln.


Ich glaube das war eine der längsten Nächte die ich erleben durfte, das musste an der Grenze von Portugal nach Spanien sein.
Am Morgen ging's dann weiter mit einer Art regionalem Zug, also Hühner und Ziegen im Durchgang hätten mich nicht gewundert, aber wir kamen müde und hungrig in Sevilla an.


Was weiß ich noch von Sevilla, eine schöne Stadt mit Palmen, blauer Himmel, aber wir waren so müde, das wir von unserer Stadttour kaum was mitbekamen und so schwangen wir uns in den nächsten Zug in Richtung Norden nach Valencia, Ich glaube auf dieser Strecke sind wir ihnen zum ersten Mal begegnet, unsere zwei Östereicher. 
Während unsereins seinen schweren Rucksack mit Wäsche zum wechseln, Rei in der Tube, ein paar Sandalen, einen Reiseführer, Badeartikel wie Schampo, Seife, Zahnpasta, Zahnbürste, Bürste Handtuch einen Reiseführer und Proviant dabei hatte, hatten die Beiden Jungs aus Österreich, die immer am schnellsten einen Sitzplatz im Zug ergatterten, alte Österreichische Armee Rucksäcke in der Größe von kleinen Schulranzen mit Fell besetzt, ein paar Unterhosen zum wechseln, eine Zahnbürste und Zahnpasta und einen Aluminium beschichteten Schlafsack!
Sie waren schnell, wendig und wenn man mit Ihnen unterwegs war, dann hatte man immer einen Sitzplatz im Zug, denn bis wir Vollgepackten es schafften in den Zug zu kommen, waren sie schon auf den Plätzen und warteten auf uns. 
In Valenzia wurden Sie uns dann zu hektisch und ich wollte mir auch ein paar Gebäude ansehen, was ja ihnen garnicht in den Sinn kam.

SPANIEN - VALENCIA

Was mir spontan zu Valencia einfällt, die Gebäude der Altsdtadt sind rußig und düster und so ist es oder besser gesagt war es auch in den Gebäuden. 
Ein früherer Spruch von mir, suchst du eine Kirche, dann geh nach Valencia!
mit unserem Sighseeing war es wohl schnell zu Ende, denn geht man in Valencia in eine Kirche und am Hintereingang raus, dann kann man gleich direkt in die nächste Kirche gehen, denn hier steht Kirche an Kirche und vor lauter Weihwasser, Madonnenbildchen und Beichtstühlen, gaben wir es alsbald auf hier außer reilgigiösen Kitsch auf irgendwelche Kunst zu stoßen, also begaben wir uns mit Freuden was denn da komme in den nächsten Nachmittagszug nach Figueras, von hier aus wollten wir weiter fahren nach Cadaques, denn was gab es in Cadaques und Figueras zu sehen! Ja! Kunst, Kunst und nochmals Kunst, denn in Figueras war das Dali Museum und in Cadaques wohnte Dali damals noch mit seiner Frau Gala.


Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß, damals war ich eingefleischter Dali Fan und bewunderte seine Bilder, aber inzwischen weiß ich, das Dali ein absoluter Tierquäler war und für manche pseudo Kunst manche Tiere wie Pelikane kläglich verenden lies.


Doch davon wusste ich damals noch nichts und so schwangen wir uns wohl gemuts in den Zug an der Costa Brava entlang in Richtung Norden. hier hab ich Sie zum ersten mal gesehen und nach Portugal und den ganzen anderen schönen Landstrichen an denen wir entlang gekommen sind, erschreckten mich die rießen Hotelbauten am Strand der Costa Brava, in solch einem Bunker zu hausen und dann an den überfüllten Strand früh morgens zu huschen um seinen Sonnenschirm zu hissen und die Badetücher zu verteilen, damit man noch einen kleinen Platz ergattern konnte! Neeee!
 An dieser Kulisse entlang führen wir in Richtung Figueras, wo wir dann abends ankamen.
Auf dem Bahnhof von Figueras wurde uns dann gesagt, das wir den letzten Buss nach Cadaques vor einer Stunde verpasst hätten, na super, was jetzt, der Nächste würde erst wieder am Morgen fahren und Taxi war definitiv zu teuer.


Also fragten wir , wie weit es denn nach Cadaques sei: Zwanzig Kilometer! na gut, wenn wir uns sputen würden und die Nacht durchlaufen, dann kämen wir Morgens früh an und konnten uns nach einer Übernachtung umsehen, denn wir hatten vor hier einige Tage zu verweilen, so liefen wir los.


Wir liefen, und liefen und streckten den Daumen raus, wenn ein Auto vorbei kam, keiner wollte halten, bis!
Ein kleiner Minni mit drei Jungs, wir quetschten uns noch rein und das sollten wir bereuen, dies war eine wahre Höllenfahrt, der Typ machte es sich echt zum Spass an der Serpentinstraße wo es an einer Seite steil den Abhang runter ging in fantastischen Geschwindigkeiten auf der linken Spur entlangzupreschen! Wir kreischten und im Nachhinein denke ich das hat Ihn noch mehr eingeheizt, wahrscheinlich waren alle Drei auf Dop, denn dies glich einer waren Höllenfahrt, an Ortschaften vorbei in Lichttempo, wir konnten nur noch beim Vorbeifahren die Musik der Strandpromenade und die Karuselle im Lichtblitz vorbeihuschen sehen, ich kam mir vor wie auf ner Achterbahn, ich glaube das gleiche Gefühl hatte ich mal wie ich mit einem Kumpel zusammen von Darmstadt nach Hamburg gedüst war, ein Verwandter hatte uns gefahren, ich glaube wir brauchten nur dreieinhalb Stunden und als er uns in Hamburg auf die Straße setzte im Vorbeiflug, meinte Er "Nur Fliegen ist schöner!" woraufhin ich auf den Gesteig gekotzt habe!
Doch zurück zu unserer Tour, irgendwann wurden wir dann wieder an die Luft gesetzt, uns wurde eine Richtung angewiesen, mir war schwindellig und wir torkelten erleichtert, das wir dies überlebt haben weiter.


Wir liefen und liefen, dem Vollmond entgegen und immer wenn ein Auto vorbei kam, was nicht zu oft war, flüchteten wir ins Gebüsch, wo wir uns etliche Nesseln einfingen.
Bis ein Jeep mit einer französischen Nummer vorbei fuhr, er hatte uns ins Gebüsche hüpfen sehen und hielt an, nach langem zögern krochen wir aus unseren Büschen, wir meinten nur: Cadaques und Er sagte, wir sollen einsteigen, das wäre zu weit zum laufen, wir: nein, nein, wir schaffen das..., Er gab nicht locker!
Wir fuhren dann mindestens zehn bis fünfzehn Minuten und da kam das erste Schild "Cadaques 25km"!
Oha, das wäre tatsächlich eine lange Strecke gewesen und später haben wir dann erfahren das die Strecke von Figueras nach Cadaques vierzig Kilometer misst, welcher Spassvogel uns da verschaukelt hatte, keine Ahnung.
Auf jeden Fall hatten wir eine gute Unterhaltung und eine bequeme Restreise, als die Frage fiel, wo Er uns den absetzen solle, meinten wir: in der Stadt, wir suchen uns ein Zimmer!
"Oha, Ihr habt nicht vorbestellt? Da sehe ich schwarz!" Jetzt kommt ihr erst mal mit auf den Campingplatz.
Da der Campingplatz-Wärter etwas streng sein sollte, sollten wir uns hinten auf der Ladefläche unter der Plane verstecken, irgendwie kam mir das bekannt vor, aber wir taten wie uns geheißen, am Zelt angekommen, hatte der Kumpel unserer neuen Bekanntschaft schon gekocht, wir setzen uns Alle ums Feuer, erzählten, aßen, tranken und zum Schlafen bekamen wir eine bequeme Liegematte auf dem Jeep.
endlich Cadaques!

SPANIEN - CADAQUE

S
Unser erster Act den wir machten, als wir uns früh Morgens auf den Weg machten um eine Bleibe für einige Tage zu finden war ins erst beste Caffee zu sitzen, zwei Frühstück zu bestellen und einen Tagesplan aufzustellen.
Während wir in der morgigen Sonne saßen und unseren Kaffe schlürften, hinter uns ein Mosaik eines Selbstportraits von Dali (mit Schnecke) wussten wir genau: Hier werden wir einige Tage verweilen und trotzdem, das dieses kleine Kaff, in dem es sonst nichts gab über Jahre hinweg ausgebucht war, wollten wir mit unserem Glück auf Zimmersuche gehen.
Es sollte günstig sein und eigentlich nur zum Übernachten geeignet. während Campingplatz und Jugendherberge aussichtslos waren versuchten wir es in den verschiedenen Pensionen, doch Alles voll belegt und auf nächte Sicht auch nichts frei, so begaben wir uns in ein Reisebüro und fragten nach.
Nix, nix, nix,... hoppla, da war was, ob es uns was aus macht ein Badezimmer mit der Familie zu teilen? "Durchaus nicht!" Das Zimmer sei mit Frühstück, na super, wir hatten eh vor uns selbst zu versorgen, aber dann wurde noch gesagt, das sei ein Keller und nicht so schön....! Wir wollten es uns anschauen!
Dort angekommen, landeten wir bei einer Familie, die mehrere Zimmer vermietete, es war aber nur noch ein Zimmer im Keller frei, also gingen wir da mal runter, wir stellten uns ein dunkler Loch vor, ohne Fenster, aber weit gefehlt, dies war die Waschküche, hier standen zwei Messingbetten, an der Seite war ein Waschbecken mit Vorhang, und an einer Seite waren zwei Fenster, wo die sonne hereinströhmte, außerdem hatte es einen seperaten Eingang, es war perfekt bei dieser Hitzem während die Anderen oben in der Wohnung des Nachts schwitzten, hatten wir eine angenehme Kühle, so buchten wir fünf Tage, verstauten unsere Sachen, duschten, zogen uns frische Klamotten an und begaben uns auf Erkundung!



Cadaques ist und war ein kleines Fischerdorf, die Leute lebten hier vorwiegend vom Tourismus durch ihren großen Künstler und dem Fischfang.
Die Ortschaft hat einen kleinen Strand, aber hier sind eher Surfer und Segler als Schwimmer und Taucher unterwegs, wenn man schwimmen und tauchen wollte, sollte man besser über den Hügel in die nächste Bucht wandern, wo die ehemaligen Fischerhäuschen stehen, aus denen sich Dali und seine Frau Gala ihr Nest gebaut hatten.
Kam man über den Hügel, dann wurde man damals zu aller erst von penetranter Disco Mucke regelrecht aus den Latschen geschossen, denn direkt links neben Dalis Residenz, stand eine riesen Freiluftdisco, die von Mittags bis tief in die Nacht Ihren Beat wummern lies, während an der linken Seite das hoch eingmauerte, weiss getünchte Anwesen, bepflanzt mit Olivenbäumen und Zypressen stand.

 



Weit darüber dann die modellierten Kopfe.

 


Unten dann ganz am Fuss, in einer kleinen Bucht, direkt neben dem Anwesen, ein verlassener Strand, zwar nicht groß, aber die richtige Größe für uns um uns jeden Tag, faul die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen, von hier aus konnte man auch kleinere Touren machen, auf Aussichtspunkte oder die etwas entferntere Insel.
Wer die Bilder von Dali kennt, der findet hier auch seine Modelle.

 


Cadaques war für uns ein kleiner Ruheort, wo wir einige Tage verweilen wollten, jeden Morgen pilgerten wir an unsere Bucht bei Dalis Haus, wo sich dann später herausstellte, das das die Bucht von Dali und seiner Frau Gala war (ist auf vielen Bildern von Dali), wenn sie baden wollten und normalerweise werde da Touristen von den sogenannten Bodyguards weggeschickt, aber Dali und Gala verließen ihre Festung, die durch Meter hohe weiß getünchte Mauern umgrenzt war, schon seit Langem nicht mehr und das Aufsichtspersonal fand in zwei jungen Mädchen keine Bedrohung für den altersschwachen Künstler, ferner konnte man nachdem die Mädels vom baden kamen super rumschäkern.
Das ging die ganze Zeit gut, bis so ein doofer Rucksacktouri uns auf den Pelz gerückt ist. Er stapfte an, merkte nicht wenn Er störte, war dann mal kurz weg um über die Mauer des Anwesens zu klettern und berichtete dann, das er Dali und Gala im Garten gesehen habe, wir glaubten ihm nätürlich kein Wort, aber ließen ihn labern, nun fingen wir an Ausfüge zu machen wenn wir Ihn am Strand entdeckten, so erkundeten wir die Umgebung, lernten Cadaques besser kennen, mit Seinen verwinkelten Häusern und dem super Restaurant wo wir uns eines Abends eine rießen Paella und Wein in fülle zukommen liesen, bis unser Quälgeist weiterzog.

 


 
Inzwischen hatten wir das kleine Städtchen ins Herz geschlossen und versprachen uns eines Tages wieder zurück zu kommen, was wir aber bis jetzt noch nicht geschaft haben, leider.
 

 


Ade oder Ole Cadaques.
Wieder mit dem Buss zurück nach Figueras, hatten wir leider keine Zeit einen Besuch im dortigen "Salvatore Dali" Museum wahrzunehmen, dies habe ich erst cá. zehn Jahre später mit meiner Freundin Ingrid gemacht, als wir einen Kurztripp von Südfrankreich nach Spanien machten, ich kann das nur jeden empfehlen, nur einen Nachteil hat das, es ist so voll, das man sich die Bilder garnicht richtig anschauen kann, leider.
Vorbei an meterhoher Brandywerbung ging es weiter in Richtung Nordost, Zürich sollte unser nächster Anlauf sein.


 
SCHWEIZ - ZÜRICH


Von Zürich muss ich gestehen, ist mir eigentlich nur noch sehr wenig im Gedächtnis, ich wollte unbedingt hin und fand die Stadt auch oberklasse, nur war mal wieder die Jugendherberge gnadenlos überfüllt und der Gedanke einfach so mal bei H.R. Giger vorbei zu schauen, da er ja laut seinem Buch für jeden Besucher ein offenes Haus hat, konnte ich damals schon nicht war haben, die Idee verflog, als wir zusammen in einem Telefonhäuschen seine Nummer raussuchten und uns dann aber doch nicht trauten da anzurufen.
So verliesen wir das Häuschen wieder und fuhren nach einer kleinen Sightseeing Tour und einem Stadtbummel Richtung Tirol.

 


 

SÜDTIROL - BOZEN

Mit schweizer Käse und jeder Menge Brot im Gepäck ging es weiter nach Südtirol Richtung Bozen.
 Ich habe Heute schon wieder, wie damals vergessen, wie dieser Ort hies, denn ich war da als Kind schon mal in einem Ferienheim, das Einzige was ich mir merken konnte waren hohe kahle Berge vor der Tür und ein kleiner Ort mit dem Anfangsbuchstaben "U" oder "Ü" in der Nähe von Bozen. hier wollten wir ein paar Tage wandern, wohl eher was für meine Schwester, aber zum Abschluss, würde uns so eine Woche Bergluft ganz gut tun.
Was ich noch im Kopf davon hatte wärend all den Jahren, lies uns garnix Gutes verheisen das wir dieses Kaff mit seinen paar Häuserchen überhaupt finden würden, aber wir gaben nicht auf und fast schon wollten wir umdisponieren, wo wir direkt ohne es zu merken mitten Drin standen.

So viel weiß ich auch wieder nicht mehr, aber wir bekamen ein Zimmer mit Frühstück bei einer Privatpension, nachdem wir dort im hiesigen Hotel nachgefragt hatten und nun erwanderten wir alle Plätze der Umgebung, die ich auch schon als Kind bereist hatte, was ab und an, alleine nach acht Jahren schon etwas seltsam war, wandeln im den Spuren meiner Vergangenheit.
Wir haben viele schöne Ausflüge gemacht, wobei ich jetzt mal meine Wasserblasen und mein Seitenstechen vorweg lasse, aber wie schon erwähnt, ich war noch nie so der Wanderbursch.

 


 
Aber an einen Ausflug erinnere ich mich noch genau, ich kannte diese Alm schon von meinem ersten Besuch, es ging steil hoch über das Tal an der Kapelle vorbei.
ganz Oben auf dem Berg war eine kleine Alm, und hier gab's eine kleine Schankwirtschaft oder eine Art Almöhi, wo es die beste Milch, den besten Käse und das beste Fladenbrot noch warm, frisch gebacken aus dem alten gemauerten Steinofen gab. Kein Wunder das man nach solch einem Aufstieg einen Kohldampf hat und dazu die dünne Luft!



Unterwegs auf halber Strecke wurden wir schon vom Hund und der Ziege, die zum Almhof gehörten abgeholt, Beide hofften anscheinend auf Leckereien.


 

 

 

 

 



 Oben angekommen hatten wir einen prächtigen Ausblick, saßen am Haus auf der Bank und lauschten Geschichten vom Ort.
Nach einer Woche Sonnenschein und jeder Menge Wasserblasen, aber fitt wie ein Turnschuh mußten wir wieder Richtung Heimat ziehen.
Eigentlich wollten wir noch Wien ansehen, aber dazu fehlte uns die Zeit, also ging es mit der nächsten Zugverbindung nach Basel und von da aus Richtung Heimat, wo wir dann erst ,mal nach ausgiebigem Bad eine halbe Ewigkeit durchschliefen.